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EPH Gestose

Von der EPH-Gestose (früher auch Prä-Eklampsie/ pre-eclampsia oder "Schwangerschaftsvergiftung" genannt) sind ungefähr fünf bis zehn Prozent aller Schwangerschaften betroffen.

Es gibt keine einzelnen Ursachen für diese Erkrankung, sie wird z.B. nicht durch Bakterien oder Viren ausgelöst. Es gibt aber viele Hinweise darauf, daß die klassische Gestose mit den Symptomen Wassereinlagerungen in den Beinen und Händen (Ödeme), erhöhtem Blutdruck und Eiweiß im Urin durch akuten Nährstoffmangel entsteht. Deswegen wird sie auch zunehmend "Stoffwechselstörung der Spätschwangerschaft" genannt.

Es gibt noch andere Erscheinungsformen, bei denen z.B. die Ödeme fehlen können, das Baby aber nicht ausreichend versorgt wird (Plazentainsuffizienz). Diese Form entsteht meist durch Nährstoffmangel zu einem frühen Zeitpunkt in der Schwangerschaft, manchmal sogar schon vor der Empfängnis. Man weiß seit kurzer Zeit, daß auch immunologische Ursachen bei manchen Frauen zu dieser Erkrankung führen können.

Die EPH-Gestose ist bis zu 50 % verantwortlich für Frühgeburten. Deswegen ist es unser größtes Ziel, eine zu frühe Entbindung so weit wie möglich zu verhindern. Manchmal muß aber trotzdem im Interesse von Mutter und Baby die Geburt vor dem Termin stattfinden.

Erfahrungen haben gezeigt, daß eine gute, ausgewogene Ernährung mit eiweißreicher, kalorienreicher und keineswegs salzarmer Kost einen positiven Einfluß auf den Verlauf der Schwangerschaft hat und das Auftreten einer Gestose in vielen Fällen zu verhindern oder zu lindern hilft. Selbst bei schon bestehenden Beschwerden, vor allem Ödemen, können diese erheblich gemindert werden.

Die bisher übliche Behandlung mit Reis-/Obsttagen, salzarmer und flüssigkeitsreduzierter Kost sollte von jeder werdenden Mutter strikt abgelehnt werden, da sie nicht hilft und die Erkrankung sogar noch verschlimmern kann.
Entwässerungsmittel dürfen schon seit 1986 nicht mehr eingesetzt werden, auch pflanzliche Entwässerungsmittel, wie zum Beispiel Brennesseltee usw., sollten nicht statt dessen benutzt werden!

Eine besondere Variante ist das sog. HELLP-Syndrom Vom HELLP-Syndrom spricht man, wenn sich die Blutgerinnungswerte drastisch verschlechtern und bestimmte Leberwerte stark ansteigen. Das häufigste Anzeichen hierfür sind unerträgliche Schmerzen im Oberbauch, die auch bis in den Rücken ausstrahlen können.

Wenn die Schwangere bereits ein HELLP-Syndrom in einer vorangegangenen Schwangerschaft hatte, ist das Wiederholungsrisiko vor allem davon abhängig, wie früh oder spät in der Schwangerschaft es aufgetreten ist und wie gut entwickelt das Kind zur Welt kam. Das Wiederholungsrisiko ist mit ca. 2,5% relativ gering. Aber je früher es aufgetreten ist, um so intensiver sollte man sich mit Vorbeugungsmöglichkeiten auseinandersetzen. Dabei helfen wir Ihnen gerne.


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